Zwei Wochen nach den Landeseinzelmeisterschaften ging es am vergangenen Wochenende zu den Mitteldeutschen Einzelmeisterschaften ins thüringische Schmölln. Der Döbelner SC reiste mit sechs Judoka an, die sich das Ticket für die Deutschen Meisterschaften sichern wollten.
In der Gewichtsklasse -57 kg griff die wiedergenesene Tess Bäßler an und startete mit Sieg gut in den Wettkampf. Im Verlauf des Turniers traf sie auf eine starke Kontrahentin aus Thüringen, gegen die sie den Kampf lange offenhielt. Kurz vor Schluss nutzte ihre Gegnerin eine Bodensituation aus, bei der sie nicht lockerließ und gleichzeitig sowohl eine Festhalte als auch einen Armschlüssel herausarbeiten wollte. Tess verteidigte sich, so gut es ging, der Ude-Garami war aber am Ende zu stark. Bei der Aktion verletzte sich Tess leider am Ellenbogen – wir wünschen ihr eine schnelle und unkomplizierte Genesung!
Zweite im Bunde der U18 war Hanna Thiele (-78 kg, 6 TN). Aufgrund der Anzahl an Teilnehmerinnen wurde im vorgepoolten KO-System gekämpft, sodass das Ziel mind. Platz 2 im Pool war, um sich eine Medaille zu sichern. Dementsprechend motiviert ging Hanna an den ersten Kampf ran und gewann blitzschnell mit Koshi-Guruma. Den zweiten Kampf im Pool konnte sie nicht für sich entscheiden, aber ins Halbfinale einziehen. Auch dort unterlag Hanna erneut, belegte damit jedoch Platz 3 und erhielt somit das Ticket zur DEM U18 in zwei Wochen in Leipzig.
Das Ziel gab Trainer Mathias Conrad an der Stelle auch schon vor: der Siegeswillen aus dem ersten Kampf soll länger anhalten als nur einen Kampf und mindestens ein Sieg in Leipzig soll her!
Hannes Metzner (-60 kg, 7 TN) hatte sich vor zwei Wochen in der U18 knapp nicht qualifiziert, dafür aber in der U21 und das sogar eine Gewichtsklasse höher als üblich. Auch hier wurde aufgrund der Teilnehmerzahl im vorgepoolten KO-System gekämpft. Hannes erwischte den Viererpool, musste also mindestens zwei Kämpfe für sich entscheiden, um ins Halbfinale zu kommen. Der Auftakt gelang nach Maß – ein Angriff des Gegners wurde mit Ko-Soto-Gake ausgekontert und mit Ippon belohnt. Im zweiten Duell musste sich Hannes ergeben, als er mithilfe des Beins am Arm geschlüsselt wurde – damit ruhte die Hoffnung auf dem nächsten Kampf. Leider verlor Hannes erneut durch Seoi-Nage und kam somit nicht aus dem Pool hinaus.
Lucy Joelle Wetzig (-57 kg, 8 TN) trat an, um ihre Qualifikation zur DEM U21 im vergangenen Jahr zu wiederholen. In ihrem Auftaktkampf gab es nach der regulären Kampfzeit noch keine Siegerin, womit es ins Golden Score ging. Nach reichlich einer halben Minute wurde Lucy nach Angriff mit De-Ashi-Barai mit einem Waza-Ari belohnt und stand damit bereits im Halbfinale. Dort wartete eine Gegnerin, die zu Lucys Überraschung mit Zusatzgürtel antreten wollte, obwohl ab der U21 nur mit blauem und weißem Judogi gekämpft wird. Trotz des nicht regelkonformen Anzugs zeigte sich das Kampfgericht kulant und erlaubte ein Umziehen. Umso größer war Lucys Frust, als sie dieser Kontrahentin nach der vollen Kampfzeit mit einem Waza-Ari unterlag und in den Kampf um Platz 3 rutschte. Leider verlor sie auch hier und belegte den undankbaren 5. Platz.
Anna Lorenz und Helene Dettmer (-63 kg, 8 TN) waren damit die letzten Eisen im Feuer. Helene trat in ihrem ersten Duell gegen die spätere Mitteldeutsche Meisterin an und unterlag mit Kesa-Gatame. In der Trostrunde verlor sie erneut mit einer Festhalte und belegte schließlich Platz 7. Anna erhielt nach ihrer Erkrankung vor zwei Wochen einen Setzplatz für die MDEM. Sie gewann ihren ersten Kampf recht schnell mit vollem Punkt für O-Goshi. Im anschließenden Halbfinale stand sie einer alten Bekannten aus Taucha gegenüber. Mit gehörigem Respekt und großen Zielen startete Anna motiviert in das Duell. Allerdings wurde sie im wahrsten Sinne des Wortes auf dem falschen Fuß erwischt (die Kenner sprechen von einer Bananenschale auf der Tatami) und der Kampf war beendet, noch bevor es richtig losgehen konnte. Den abschließenden Kampf um Platz 3 gewann Anna wiederum souverän und löste das Ticket zur DEM U21 in Potsdam in drei Wochen.
Damit nahm der DSC zwei Qualifikationen zu den nationalen Meisterschaften mit nach Hause. Die verbleibenden zwei (U18) bzw. drei Wochen (U21) werden noch einmal zur Vorbereitung auf den ersten Jahreshöhepunkt genutzt. Am 21.02. geht es dafür (und zur Vorbereitung der diesjährigen Liga-Saison) zum PSV Leipzig zum gemeinsamen Randori. Wir wünschen viel Erfolg!