Kinderliga – zweiter Kampftag. Das war nervenaufreibend!
Aber von vorn. Neun Judoka vom Döbelner SC reisten heute mit ihren Trainern Marcel und Henry Ney sowie einigen Fans nach Freiberg. Nach dem ersten Kampftag vor gut einem Monat lag unser Kinderteam mit zwei knappen Niederlagen und zwei Siegen auf Platz 3 der Gesamtwertung mit insgesamt sieben Teams. Somit galt es heute, die Vorrunde abzuschließen und sich möglichst unter den Top 4 zu platzieren, um um die Medaillen mitkämpfen zu können.
Gleich im ersten Mannschaftskampf wartete ein Kracher: die HSG Mittweida, die nach KT 1 die Tabelle anführten. Aber auch Mittweida hatte Respekt, denn bei der Eröffnung war man in unmittelbarer Nachbarschaft und konnte, wenn man genau hingehört hat, die Mittweidaer Judoka tuscheln hören: „Wer ist das?“ – „Das sind die Döbelner. Die sind krass.“
Und so ging es ins erste Duell des Tages. Nanami Knabe (-24 kg) machte den Anfang, mühte sich die gesamte Kampfzeit über ab, konnte aber am Ende einen Waza-Ari-Rückstand nicht mehr aufholen. Dafür glich Pia Schubert (-27 kg) nach nicht einmal 10 s sehenswert aus. Auch Albert Faber (-30 kg) siegte mit einer Te-Waza und holte erstmals die Führung. Fritz Junker (-33 kg) stand dem in nichts nach, holte sich einen Yuko-Vorsprung durch Ko-Soto-Gake und verteidigte diesen über die gesamte Kampfzeit. Damit stand es 3:1 und es fehlte nur noch ein Siegpunkt für das Döbelner Team. Doch Mittweida drehte noch einmal auf und startete eine Aufholjagd. Ferdinand Schulze (-37 kg) und Bruno Gringel (-41 kg) unterlagen beide, womit nun alles an Lukas Kutsch (+41 kg) hing. Er startete gut in den Kampf und ärgerte seinen Kontrahenten immer wieder mit seinen Angriffen. Doch genau ein nicht bis zum Schluss gezogener Ko-Soto-Gake reichte seinem Gegner, um ihn mit Uchi-Mata zu kontern. Somit ging die Begegnung knapp mit 3:4 verloren.
Im letzten Kampf der Vorrunde ging es anschließend gegen das Team vom JSV Werdau. Wieder begann Nanami, diesmal instruiert, zuzugreifen und als Erste einzudrehen. Das klappte auch ganz gut, wurde aber nicht mit einer Wertung belohnt. Kurz vor Schluss unterlag sie und der DSC musste erneut mit einer Auftaktniederlage starten. Im nächsten Kampf war es nun an Erwin Harnisch (-27 kg), der zum 1:1 ausgleichen sollte. Von den Problemen am Scoreboard ließ er sich nicht beeindrucken. Er griff weiter an, warf Wertung nach Wertung und sicherte sich am Ende den Sieg. Albert und Ida Bäßler holten anschließend die Führung und bauten sie mit ihren Siegen weiter aus. Es fehlte somit wieder erneut nur noch ein Punkt, um den Sieg zu holen. Ferdinand gelang das leider noch nicht, dafür aber Bruno, der mit schönem O-Soto-Otoshi einen Ippon erzielte. Lukas wollte schließlich die Führung weiter ausbauen, wurde aber von einem Soto-Maki-Komi, einem ungewöhnlichen Wurf in der Altersklasse, überrascht. Trotzdem stand es am Ende 4:3 für den DSC, was letztlich Platz 3 in der Vorrunde und den Halbfinaleinzug bedeutete.
Für die Medaillen wurden in diesem Jahr erstmals Platzierungskämpfe ausgetragen. Die ersten vier kämpften untereinander aus, wer ins kleine und wer ins große Finale darf. So mussten die Döbelner Judoka gegen die erste Mannschaft vom Chemnitzer PSV ins Halbfinale. Diese Begegnung ging in der Vorrunde knapp mit 3:4 für die Chemnitzer aus und das wollte man diesmal ändern. Die Basis dafür sollte Nanami legen, was ihr leider nicht gelang, nachdem sie in eine Festhalte geriet. Dafür glich Pia mit Ippon für Koshi-Guruma wieder aus. Auch Albert hatte seinen Gegner eigentlich im Griff, aber ein unaufmerksamer Moment reichte diesem aus, um einen Waza-Ari-Vorteil zu erzielen, den er bis zum Schluss verteidigte. Danach wollte es nicht mehr so richtig laufen und die nächsten zwei Duelle gingen ebenfalls verloren. Die letzten zwei Kämpfe waren somit nur noch Ergebniskosmetik, aber die wurde betrieben. Bruno brauchte keine vier Sekunden für seinen Sieg. Und Lukas setzte sich nach voller Kampfzeit eindeutig mit 3:0 im Hantei durch. Doch 3:4 ist trotzdem eine Niederlage und bedeutete den Einzug ins kleine Finale.
Im kleinen Finale wartete die Kampfgemeinschaft der BSC Motor Rochlitz und vom BSC Freiberg. Auch gegen diese Mannschaft gab es am ersten Kampftag eine 3:4-Niederlage und das sollte jetzt keinesfalls wieder passieren. Nanami bewies wieder Kampfgeist, kämpfte sich tapfer durch und holte neun (!) Sekunden vor Schluss die Yuko-Führung. 1:0! Pia baute mit sehenswertem O-Goshi, der die ganze Halle kurz innehalten ließ, die Führung aus. Auch Albert konnte einen Yuko-Vorsprung über die gesamte Kampfzeit halten, womit einmal mehr nur noch ein Siegpunkt fehlte. Fritz wollte sich den Moment nicht nehmen lassen, ging erst mit Waza-Ari in Führung und warf die Konkurrenz schließlich mit Ippon-Seoi-Nage auf vollen Punkt. Da war er also – der so wichtige Siegpunkt. Ferdinand und Bruno verloren anschließend, mussten aber nicht lange traurig sein. Den Schlusspunkt im wahrsten Sinne des Wortes holte Lukas, der seinen Gegner im Boden nicht mehr aus der Kesa-Gatame ließ. 5:2-Endstand und damit Platz 3!
Am Ende des Tages lautete das Podest wie zu Beginn des Tages: Platz 3 für den Döbelner SC, Platz 2 für den Chemnitzer PSV I und Platz 1 nach einem spannenden Finale für die HSG Mittweida. Herzlichen Glückwunsch!
Auch die dritte Saison der Kinderliga war wieder eine gelungene Veranstaltung und, auch wenn es noch April ist, sicherlich schon jetzt ein Highlight für die U11. Vielen Dank an die ausrichtenden Vereine und bis zur nächsten Saison!