Zum Ende des langen Himmelfahrtswochenendes trafen sich im thüringischen Schmölln die Männer und Frauen Mitteldeutschlands, um um die Medaillen zu kämpfen. Die Meisterschaft, die in den vergangenen Jahren erst in der zweiten Jahreshälfte stattfand, wurde vorgezogen, da auch die Deutschen Meisterschaften der Senioren in den Juni verlegt wurden. Der Döbelner SC reiste mit sieben motivierten Judoka an.
Obwohl er selbst noch U18 ist, wollte sich Hannes Metzner (-60 kg, 9 TN) auch bei den Erwachsenen beweisen. Nachdem er seinen ersten Kampf mit Festhalte verlor, rutschte er in die Trostrunde. Dort hatte er zunächst ein Freilos und musste dann gegen den aktuellen Drittplatzierten der MDEM U21 ran. Hannes gestaltete den Kampf clever und erreichte mit kühlem Kopf zwei Yuko für Ko-Soto-Gake und De-Ashi-Barai. Diesen Vorsprung brachte er über die gesamte Kampfzeit und zog ins kleine Finale ein. Dieses hielt er lange offen, musste sich dann aber einer Seoi-Nage geschlagen geben und belegte Platz 5. Da der Drittplatzierte seine Qualifikation nicht wahrnimmt, hat Hannes die Möglichkeit als Nachrücker zur Deutschen Meisterschaft zu fahren und das als U18-Jahrgang. Herzlichen Glückwunsch!
David Kutsch (-73 kg) erwischte erwartungsgemäß eine starke Gewichtsklasse mit insgesamt 14 Teilnehmern. Er kämpfte sich souverän und abwechslungsreich in drei Kämpfen durch die Vorrunde, gewann mal mit O-Goshi, dann Ura-Nage und auch mit einer Mune-Gatame. Im Finale wurde sein Siegeszug schließlich gestoppt, als eine Technik gegengedreht wurde. Damit sicherte sich David aber Platz 2 und fährt im Juni nach Duisburg.
Auch Toni Münch (-90 kg, 10 TN) stellte sich den mitteldeutschen Männern seiner Gewichtsklasse. Beherzt ging er in den ersten Kampf, sein Angriff wurde jedoch mit Tani-Otoshi gekontert. Auch im zweiten Duell musste sich Toni geschlagen geben, sodass der Wettkampf für ihn vorzeitig beendet war.
In der Gewichtsklasse -100 kg ging Tim Schmidt an den Start und hatte es mit fünf weiteren Teilnehmern zu tun. Dementsprechend wurde ein vorgepooltes KO-System gekämpft, sodass er in der Vorrunde mindestens einen Kampf gewinnen musste, um sich eine Medaille zu sichern. Im ersten Kampf wollte es noch nicht ganz klappen, sodass die Hoffnung auf dem zweiten Kampf ruhte. Das gelang Tim mit Ko-Soto-Gari, sodass er Platz 3 sicher hatte und ins Halbfinale einzog. Dort wurde sein Ura-Nage-Ansatz mit Ko-Uchi-Gari gekontert und der Wettkampf für ihn beendet. Trotz Qualifikation wird Tim nicht an der DEM teilnehmen.
Schwergewichtler Tobias Sieber (+100 kg, 7 TN) startete gut in den Wettkampf. In seinem ersten Duell konnte er sich souverän mit Uchi-Mata durchsetzen. Danach musste er feststellen, dass auch seine Gegner diese Technik beherrschen, indem er zweimal selbst damit geworfen wurde. Damit blieb Tobias Platz 5.
Bei den Frauen hatte der DSC zwei Starterinnen dabei, die beide in der am stärksten besetzten Gewichtsklasse -63 kg (11 TN) eingewogen waren. Lucy Joelle Wetzig hatte im Auftaktduell ein schweres Los. Gegen die Vize-Mitteldeutsche Meisterin U21 aus Taucha gab sie nach wenigen Sekunden einen Waza-Ari ab. Danach war Lucy hellwach und hielt gut mit, stand im Boden sogar kurz vor einem Erfolg mit einer Shime-Waza. Im weiteren Verlauf geriet sie jedoch selbst in eine Würge und musste aufgeben. In der Trostrunde zeigte sie in den beiden folgenden Duellen wieder ihre Bodenstärke und setzte sich mich Shime-Waza und Mune-Gatame durch. Den anschließenden Kampf um Platz 3 führte Lucy konzentriert und setzte Akzente im Boden. Es sah alles nach Golden Score aus, bis Lucy in den letzten Sekunden in eine Technik stolperte, Yuko abgab und den Rückstand nicht mehr aufholen konnte. Platz 5 in der neuen Gewichtsklasse ist trotzdem ein achtbarer Erfolg.
Die zweite DSC-Kämpferin war Anna Lorenz. Das erste Duell gewann sie schnell mit Eindrehtechnik und anschließender Festhalte. Im Viertelfinale setzte sie sich mit einem Gegendreher und Tate-Shiho-Gatame durch und auch im Halbfinale war Annas O-Soto-Gari nicht zu entkommen. Im Finale stand sie dann Lucys erster Gegnerin und gleichzeitig alten Bekannten gegenüber. Das Duell ging über die gesamte Kampfzeit, aber ihre Gegnerin erzielte in der Zeit zwei Yuko, die Anna nicht mehr aufholen konnte. Damit holte sie sich ebenfalls den Titel der Vize-Mitteldeutschen Meisterin und das Ticket zur DEM.
Auch wenn einzelne Judoka mit sich selbst unzufrieden waren - der mitgereiste Trainer Jens Wetzig konnte das nicht unterschreiben. Er zeigte sich mit der Einstellung und Leistung aller zufrieden.