29.03. - ein großes Datum. Das schon länger geplante Projekt Frauenteam gab heute endlich sein Debüt in der Verbandsliga des JVS. Wer genau dazu gehört, haben wir euch in den vergangenen zwei Wochen auf unserer Instagram-Seite vorgestellt, schaut also gerne dort noch einmal vorbei. Das Team konnte fast vollständig (11 von 14 gemeldeten Starterinnen) antreten und gewann definitiv die Anreise. 😉 Denn beim Ausrichter, dem PSV Leipzig, durfte heute niemand (wie früher eigentlich noch üblich) auf das Polizeigelände fahren - es sei denn man hat einen Heimtrainer mit Dienstausweis…
Nachdem die Formalitäten rund um Pass-, Wettkampflizenz- und Gewichtskontrolle abgehakt waren, wurde es auch schnell ernst. Gleich der erste Kampf des Tages war für die „Döbelner Judo Girls“ vorgesehen. Und da wartete ein ganz schöner Brocken - die Vorjahressiegerinnen der Verbandsliga vom Chemnitzer PSV. Auf die Matte gingen: Henrike Brinkschulte (-52 kg), Mariella Richter (-57 kg A), Lucy Joelle Wetzig (-57 kg B), Helene Dettmer (-63 kg A), Jolina Fabian (-63 kg B), Anna Lorenz (-70 kg) und Matilde Adam (+70 kg). Unsere junge Truppe verkaufte sich teuer gegen die erfahrenen Chemnitzerinnen, die teilweise ehemalige Bundesliga-Kämpferinnen in ihren Reihen hatten. Am Ende konnte Jolina Fabian, unsere Gaststarterin vom JV Leipzig-Stahmeln den Ehrenpunkt mit Waza-Ari für einen Tani-Otoshi und anschließender Festhalte zum 1:6 holen.
Übrigens: wer nicht so bewandert im Ligabetrieb der Frauen ist und sich über die Gewichtsklassen wundert - um möglichst viele Kämpfe und wenig kampflose Begegnungen zu ermöglichen, wurden im JVS die oberste sowie die unterste Gewichtsklasse der Frauen gestrichen und die üblicherweise stark besetzen -57 kg und -63 kg einfach doppelt besetzt. Dieses System wurde bereits vor einigen Jahren eingeführt und hat sich seitdem bewährt.
Aber zurück zu unseren Judo-Frauen. Auch im zweiten Kampf wartete keine leichte Aufgabe auf die Döbelnerinnen. Der JSV Rammenau, ebenfalls ehemaliger Bundesliga-Verein, stellte die nächsten Gegnerinnen. Diesmal lautete die Aufstellung wie folgt: Sarah Sohla (-52 kg), Lucy (-57 kg A), Mariella (-57 kg B), Helene (-63 kg A), Anna (-63 kg B), Jolina (-70 kg) und Matilde (+70 kg). Man merkte allen Mädels an, dass sie Blut geleckt hatten und sich unbedingt steigern wollten. Viele knappe Begegnungen waren dabei, aber am Ende konnte nur Anna mit einer Sumi-Otoshi-Variation einen Siegpunkt holen. Den Schreckmoment des Tages bescherte uns Matilde. Nachdem sie angriffslustig ihren Kampf gestaltete, brachte ihre Rammenauer Kontrahentin doch einen Angriff durch, bei dem Matilde sehr ungünstig abrollen musste. Für Außenstehende sah es so aus, als ob eigentlich niemand auf diese Art und Weise abrollen kann. Die Döbelnerin schaffte es, kam danach aber nach eigenen Worten „nicht mehr klar“, musste mit Schmerzen und Atemproblemen aufgeben und vom Sani betreut werden. Glücklicherweise konnte sie bald danach wieder lächeln.
Richtig gut meinte es das Losglück nicht mit den Döbelnerinnen am heutigen Tag, denn in der letzten Begegnung standen ihnen die Lichtenbergerinnen gegenüber, die in der vergangenen Saison knapp „nur“ Platz 3 belegten. Wenn die Begegnungen im Kampf gegen Rammenau teilweise schon knapp ausgingen, dann waren sie nun auf Messers Schneide. Angelina Lindig (-52 kg), Mariella (-57 kg A), Lucy (-57 kg B), Jolina (-63 kg A), Anna (-63 kg B), Helene (-70 kg) und Hanna Thiele (+70 kg) gaben alles auf der Tatami. Diesmal konnten zwei Siegpunkte erkämpft werden. Lucy gewann wieder einmal in Ne-Waza, indem sie nicht locker ließ und von Hebel zu Würge und schließlich zur Festhalte wechselte und ihre Gegnerin 20 Sekunden lang fixierte. Auch Anna gewann im Boden, indem sie einen halbherzigen Seoi-Nage-Ansatz der Lichtenbergerin ausnutzte und reaktionsschnell eine Würge ansetzte.
Welches Resümee kann nun nach dem Verbandsliga-Debüt gezogen werden? Der DSC-Trainer Jens Wetzig war fast schon traurig, als der Kampftag endete. Die Steigerungen von Begegnung zu Begegnung waren deutlich zu sehen, sodass im nächsten Duell vielleicht sogar der ersehnte erste Sieg gewartet hätte.
Es war bei allen Kämpferinnenherz zu sehen und jede wollte wirklich gewinnen. Niemand hat sich einfach so aufgegeben und das hat mir besonders gut gefallen.
Auch aus anderen Ligavereinen kam Anerkennung. So fand folgende Nachricht ihren Weg zu uns:
Ihr habt euren persönlichen Kampf gewonnen, indem ihr antretet und gegen die teils alten Hasen in der Liga kämpft. Verliert niemals den Spaß und die Freude am Kämpfen und vor allem denkt an das Miteinander.
Dass alle mit Spaß und guter Laune heimfuhren, war auch daran zu erkennen, dass nach Ende der Kämpfe für alle deutlich in der Halle vernehmbar ein nachträgliches Geburtstagsständchen für Anna angestimmt wurde. Bis zum zweiten Kampftag am 10.05. wird noch fleißig trainiert und dann erneut angegriffen!