Ziel erreicht und sogar übertroffen. So könnte man das letzte Wochenende bei der DEM U18 in Leipzig sicherlich aus Hanna Thieles Sicht gut zusammenfassen.
Aber von Anfang an. Am Samstag begann der Wettkampf bereits für die männliche U18 – und unsere Döbelner Kari Nico Schertler und Toni Münch. Sie waren ab früh um 9 Uhr im Einsatz und unterstützten die auf der Matte aktiven Kampfrichterinnen und Kampfrichter am Scoreboard, als Listenführung und Waage. Klingt im ersten Moment vielleicht nicht anstrengend, ist es aber. Denn nicht nur das Kampfgericht muss den gesamten Tag über die Konzentration hochhalten, auch die Tischbesetzung muss hellwach bleiben und darf keinen Fehler an der Tafel machen. Tapfer hielten beide den gesamten Samstag durch, bis kurz nach 21 Uhr endlich das letzte Finale der Jungs ausgekämpft war. Auch am Sonntag waren beide wieder am Start, als die weibliche U18 angriff.
Und das war auch Hannas großer Tag – gemeinsam mit Trainer Mathias Conrad und Trainingskameradin Anna Lorenz, die als Uke und 1-Frau-Fanclub dabei war, reiste sie ins nahgelegene Leipzig. Dort warteten 14 weitere Judoka in der Gewichtsklasse -78 kg aus der gesamten Republik, die ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden wollten. Das Ziel stand bereits seit zwei Wochen fest: mindestens ein Sieg sollte her.
So begann Hannas Wettkampf auch. Gegen ihre erste Gegnerin aus Schleswig-Holstein setzte sie sich (wie immer im ersten Kampf) mit Tani-Otoshi durch und zog in die nächste Runde. Von ihrer dortigen Gegnerin, der späteren Drittplatzierten, ließ sich Hanna überraschen, als sie dem ersten Angriff, einem O-Uchi-Gari, nicht standhalten konnte und auf Ippon fiel. In der anschließenden Trostrunde hatte sie es als nächstes mit einer Niedersächsin zu tun, die lange Zeit mit Waza-Ari in Führung lag. Hanna ließ sich davon und einer Strafe aber nicht beirren und konnte den Waza-Ari durch einen Gegendreher ausgleichen. Beide kämpften danach hochmotiviert weiter, ehe Hanna eine halbe Minute vor Schluss noch einmal eine Eindrehtechnik der Gegnerin gegendrehen konnte und sich mit einem zusammengesetzten Sieg belohnte. Nur noch ein Kampf trennte sie vom kleinen Finale um Platz 3! Und ausgerechnet ihr in den Weg stellte sich Liga-Teamkameradin Marie Röhler vom Judokan Schkeuditz. Beide wollten sich die Möglichkeit auf Bronze sichern und kämpften aktiv, Hannas beherzte Eindrehtechnik nach gut 45 Sekunden wurde gegengedreht. Aus der anschließenden Festhalte konnte sich unsere Sportlerin dann nicht mehr befreien, sodass Marie letztlich den Medaillenkampf bestritt. Für Hanna blieb dennoch ein fantastischer siebter Platz bei ihrer ersten Teilnahme an einer DEM. Das Ziel, mindestens einen Kampf zu gewinnen, übertraf sie damit, und zählte zudem zu den besten sächsischen Starterinnen am Sonntag!
(Den Kampf um Platz 3 hielt Marie aus Schkeuditz übrigens lange Zeit gegen die deutlich größere Gegnerin offen und hielt gut mit. Am Ende verlor sie durch eine Unachtsamkeit, aber das zeigt, wie schlagkräftig unser Frauen-Team ist und lässt auf tolle Kämpfe in der neuen Saison hoffen.)