Heute war es endlich soweit – die JVS-Verbandsliga der Frauen startete in Leipzig in die neue Saison und unser junges Team stand mit den nagelneuen Anzügen und jeder Menge Elan in den Startlöchern. Die Anreise zum PSV Leipzig war wieder einmal abenteuerlich, denn der Wettkampf fand auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei statt. Rein kam nur, wer auf der Liste gemeldet war und kämpfen sollte – Fans gehörten nicht dazu. Bei acht Teams dauert die Einlasskontrolle da schon eine Weile… Aber letzten Endes schafften es alle rein, absolvierten die Waage, erwärmten sich und dann ging es los.
In der ersten Begegnung warteten mit dem JSV Rammenau gleich mal die Vorjahresdritten auf unsere Frauen vom Döbelner SC. Der Auftakt gelang vielversprechend – Angelina Lindig (-52 kg) sicherte kampflos den ersten Siegpunkt. Danach ging Helene Dettmer (-57 kg), unser heutiges Gewichtsklassen-Chamäleon, auf die Matte. Sie hielt sich zunächst gut, konnte mit Uchi-Mata-Ansätzen Akzente setzen, denen jedoch die letzte Konsequenz fehlte. Schließlich verlor sie nach zwei Seoi-Nage ihrer Rammenauer Kontrahentin. 1:1. Auch Lilli Töpfer (-57 kg), zum ersten Mal für das Liga-Team in Aktion, musste sich ihrer Gegnerin schon nach kurzer Zeit geschlagen geben. Die Döbelnerinnen mussten also langsam aufdrehen. Gesagt, getan. Anna Lorenz‘ (-63 kg) erster Angriff, ein Sumi-Otoshi, mit anschließender Festhalte sorgte für den Ausgleich. Anschließend setzte sich auch Lucy Joelle Wetzig (-63 kg), eine Gewichtsklasse höher als ursprünglich eingewogen, durch – natürlich in Ne-Waza mit einer Tate-Shiho-Gatame. Führung im Teamduell. Damit blieben noch zwei Chancen, um den ersten Sieg im ersten Duell der Saison einzufahren. Mariella Richter (-70 kg), die in der letzten Saison eine sichere Bank war, konnte Chance Nr. 1 nicht nutzen. Damit ruhte die gesamte Hoffnung auf Matilde Adam (+70 kg) und das Duell war nichts für schwache Nerven. Einen anfänglichen Yuko-Rückstand konnte sie ausgleichen. Den Motivationsschub dadurch konnte Matilde aber nicht weiter in Wertungen für sich umwandeln. Schließlich geriet sie in eine Tate-Shiho-Gatame, aus der sie nicht mehr entkam. Somit stand eine knappe 3:4-Niederlage zu Buche.
Die Aufgabe wurde nicht einfacher. Im zweiten Teamduell des Tages standen die Döbelnerinnen den Frauen vom Chemnitzer PSV gegenüber – die Vizelandesmeisterinnen der Vorsaison. Diesmal ging Fenja Zschocke (-52 kg) als Erste auf die Matte und ließ sich von der erfahrenen Gegnerin, immerhin ehemalige Bundesligakämpferin, in ihrem Liga-Debüt überhaupt nicht beeindrucken. In nicht einmal 10 Sekunden machte sie kurzen Prozess, konterte den ersten Angriff selbst mit ihrer starken Hüfte und brachte die Döbelnerinnen direkt in Führung. Lilli (-57 kg) verkaufte sich im nächsten Kampf teuer, konnte eine Niederlage aber nicht verhindern, ebenso wie Lucy (-57 kg), die über die gesamte Kampfzeit einen Rückstand nicht aufholen konnte. Anna (-63 kg) glich schließlich wieder aus, als sie sich gegen ihre erfahrene ehemalige Teamkollegin vom CPSV nach gut drei Minuten durchsetzen konnte. Danach wollte es aber nicht mehr so recht gelingen. Mariella (-63 kg), Helene (-70 kg, zuvor noch -57 kg kämpfend!) und Matilde (+70 kg) mussten sich alle geschlagen geben, womit der Mannschaftskampf 2:5 endete.
Im vorletzten Teamduell des Tages wartete der JC Crimmitschau, eigentlich mit guten Erinnerungen aus der Vorsaison verbunden, denn gegen dieses Team konnte man sich im Mai 2025 den zweiten Sieg in der DSC-Ligageschichte sichern. Mit der Aufstellung Fenja (-52 kg), Lilli (-57 kg), Lucy (-57 kg), Anna (-63 kg), Mariella (-63 kg), Helene (-70 kg) und Marie Röhler (+70 kg) sollte das Ergebnis wiederholt werden. Fenja und Lilli verkauften sich wieder teuer, erzielten beide jeweils Yuko-Wertungen, unterlagen jedoch am Ende. Lucy und Anna brachten den DSC wieder auf Kurs und glichen zum 2:2 aus. Den verbliebenen drei Frauen gelang es jedoch nicht, ihre Kämpfe zu gewinnen. Dabei hatte Helene fast die Sensation in den Händen, als sie sich spektakulär aus einer Festhalte befreite und selbst sofort mit Festhalte konterte. Leider machte sich dort doch das fehlende Gewicht bemerkbar. Somit ging diesmal der JC Crimmitschau mit 5:2 siegreich von der Matte.
Lange Zeit zur Trauer blieb nicht, denn es ging Schlag auf Schlag. Kaum war das dritte Duell zu Ende, musste schon die Aufstellung für die letzte Begegnung gegen die Leipziger Sportlöwinnen fertiggestellt werden. Im Vorjahr noch sehr knapp besetzt, hatten sie ihren Kader diesmal deutlich verstärkt und waren somit nicht zu unterschätzen. Wieder betrat Fenja (-52 kg) als Erste die Matte und setzte sich souverän durch. Danach wurde taktisch gedacht und die Reihenfolge getauscht – Lucy (-57 kg) bestritt diesmal den zweiten Kampf und auch sie setzte sich souverän nach kurzer Zeit durch. Anschließend war Lilli (-57 kg) am Zug und ging auch ziemlich früh in Führung. In einer Bodenaktion verteidigte sie lange gut, ehe eine Juji-Jime den verkürzenden Siegpunkt für die Leipzigerinnen brachte. Anna (-63 kg) brachte die Döbelnerinnen wieder auf Kurs und setzte sich schnell mit Ippon für O-Uchi-Gari durch. Somit hatte Mariella (-63 kg) in ihrem letzten Kampf des Tages den ersten Saisonsieg für die DSC-Frauen in der Hand. Mit ordentlich Frust im Bauch, denn der Tag lief für sie bislang nicht wie geplant, und absolutem Siegeswillen dominierte sie ihre Gegnerin, ging mit Waza-Ari für O-Goshi in Führung und brachte ihre Kontrahentin schließlich konditionsbedingt zur Aufgabe. Da war er der ersehnte Siegpunkt! Dass Helene (-70 kg) und Hanna Thiele (+ 70 kg) ihre Duelle dann nicht mehr gewinnen konnten, war aus Leipziger Sicht dann nur noch Ergebniskosmetik.
Mit einem Sieg und drei teilweise knappen Niederlagen, tollen Debüts von Fenja und Lilli, zuverlässigen Punkten von Lucy und Anna und vielen guten Ansätzen belegen die Döbelner Frauen nach dem ersten Kampftag Platz 6 (von 8) in der neuen Ligasaison. Der zweite Kampftag findet am 06.06. in Chemnitz statt. Bis dahin laufen die Vorbereitungen für die verbleibenden drei Teamkämpfe. Wir freuen uns schon jetzt darauf – dann hoffentlich mit großer Fanunterstützung!